Michael Breisky

Michael Breisky ist österreichischer Berufsdiplomat, der sich seit seiner Pensionierung 2005 verstärkt mit wissen-schaftlichen Arbeiten im Umkreis der Politik befasst. Mit dieser Homepage soll der Zugang zu seinen Arbeiten erleichtert werden.

Ausgehend von der Südtirol-Politik, die während seiner Berufslaufbahn eine besondere Rolle spielte, hat sich Michael Breisky eingehend mit Theorie und Praxis des Schutzes von Minderheiten, Autonomie, Regionalismus und Ethik befasst. Durch weitere diplomatische Verwendungen wurde er auch mit der Europäischen Integration und Transatlantischen Beziehungen vertraut.

Botschafter Dr. Michael Breisky hat 2000 den wissenschaftlichen Beirat der Leopold Kohr Akademie in Salzburg mit-begründet.

C.V.

1940 in Lissabon geboren, studierte Michael Breisky in Wien Rechtswissenschaften (Dr. juris), absolvierte dort die Diplomatische Akademie und trat 1967 in den Höheren Auswärtigen Dienst des Österreichischen Außenministeriums ein.

Erste Auslandsverwendungen brachten ihn nach Rio de Janeiro, Oslo und Nairobi/UNEP.

Zunächst als Generalkonsul in Mailand (ab 1982) und später als Leiter der Südtirol- und Südeuropa-Abteilung im Österreichischen Aussenministeriums (bis 1993) war M.B. intensiv mit der Südtirol-Politik befaßt und hatte auch massgeblichen Anteil an der 1992 erfolgten Beilegung des seit Jahrzehnten anhängigen Streits mit Italien. Seine Beschäftigung mit den Grundsätzen von Minderheitenschutz, Autonomie, Regionalismus  und Ethik waren Anlass für wissenschaftliche Arbeiten zu diesen Themen und zu  führten ihn schon damals zu einer Auseinandersetzung mit den Lehren des Philosophen Leopold Kohr.

In den Jahren 1993 bis 1999 war M.B. österreichischer Botschafter in Irland und hatte somit Gelegenheit, neben der intensiven Beobachtung des Nordirland-Konflikts auch das irische Beispiel  einer optimal genutzten EU-Mitgliedschaft zu studieren. 

Anschließend war M.B. bis Ende 2002 als Leiter der Amerika-Abteilung im Wiener Aussenministerium mit dem breiten Thema Transatlantischer Beziehungen befaßt.

Sein letzter diplomatischer Posten (bis 2005) war der des österreichischen Generalkonsuls in New York, wo er eine sehr komplexe Kolonie von Auslandsösterreichern sowie die dortigen jüdischen Organisationen zu betreuen hatte. 

Nach Beendigung seiner aktiven Dienstzeit beschäftigte sich M.B. verstärkt mit  Forschungs- und Vortragstätigkeit zu Grundsatzfragen im Vorfeld der Politik. Neben den hier angeführten Büchern ist dabei seine  Vortragstournee an mehreren chinesischen Universitäten im Jahr 2008 hervorzuheben.

M.B. lebt heute mit seiner Frau Louise in der Nähe Salzburgs bzw. in Wien

KERNAUSSAGEN:

Als wichtigste Erfahrung seiner diplomatischen Karreiere sieht M.B. das ganzheitlichen Herangehen an politische Fragen; so sind auch seine Arbeiten durchwegs interdisziplinär gehalten. Leopold Kohrs Lehre vom Menschlchen Mass als zentrale Philosophie sowie eigene Arbeiten über die begrenzte Erkenntnisfähigkeit des Menschen haben bei M.B. schon früh zu Globalisierungs-Skepsis geführt.

Die Hauptschwäche der globalisierten Gesellschaft liegt seiner Überzeugung nach in ihrem Hang zu Problemlösungen durch „vernünftige Projektionen“, also der linearen Übertragung von Abstraktionen auf Umfelder mit (meist) größerer Komplexität. War diese Methode in der Vergangenheit durchaus erfolgreich, so wird sie seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert von mehreren Seiten bedrängt: Zum einen reizt der Wegfall technischer und politischer Grenzen zu immer mehr Projektionen von globaler Tragweite, werden also immer komplexer; zum anderen haben „unvernünftige Hilfsmittel vernünftiger Erkenntnis“ – wie die ganzheitlich verfassten Bereiche der Religion und Moral, nachhaltiger Tradition, Ästhetik und das asiatische Harmonie-Streben – ihre korrigierende und inspirierende Wirkung weitgehend verloren; der Vernunft fehlt nun der „ganzheitliche Flankenschutz“, und mangels Überschaubarkeit führen daher solche Projektionen oft zu Katastrophen. Überlagert wird diese Situation noch mit dem Verlust von Neugier bzw. intellekueller Enregie durch den information-overflow: vernünftiges Denken „kommt nicht mehr nach“.

Mittel derAbhilfe sind ganz allgemein der Abbau von Größe bzw. Komplexität, mehr Subsidiarität und Respekt vor ganzheitlichen Bereichen – nicht zuletzt um „Neugier-Verschwendung“ zu vermeiden; in der Politik wäre das die Stärkung (sub-nationaler) Regionen gegenüber den großen Nationalstaaten sowie die Entwicklung von Strategien zur Nutzung von NGOs und den Neuen Sozialen Medien.

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