Michael Breisky

Michael Breisky ist österreichischer Berufsdiplomat, der sich seit seiner Pensionierung 2005 verstärkt mit wissen-schaftlichen Arbeiten im Umkreis der Politik befasst. Mit dieser Homepage soll der Zugang zu seinen Arbeiten erleichtert werden.

Ausgehend von der Südtirol-Politik, die während seiner Berufslaufbahn eine besondere Rolle spielte, hat sich Michael Breisky eingehend mit Theorie und Praxis des Schutzes von Minderheiten, Autonomie, Regionalismus und Ethik befasst. Durch weitere diplomatische Verwendungen wurde er auch mit der Europäischen Integration und Transatlantischen Beziehungen vertraut.

Botschafter Dr. Michael Breisky hat 2000 den wissenschaftlichen Beirat der Leopold Kohr Akademie in Salzburg mit-begründet.

C.V.

Als wichtigste Erfahrung seiner diplomatischen Karreiere sieht M.B. das ganzheitlichen Herangehen an politische Fragen; so sind auch seine Arbeiten durchwegs interdisziplinär gehalten. Leopold Kohrs Lehre vom Menschlchen Mass als zentrale Philosophie sowie eigene Arbeiten über die begrenzte Erkenntnisfähigkeit des Menschen haben bei M.B. schon früh zu Globalisierungs-Skepsis geführt.

Die Hauptschwäche der globalisierten Gesellschaft liegt seiner Überzeugung nach in ihrem Hang zu Problemlösungen durch „vernünftige Projektionen“, also der linearen Übertragung von Abstraktionen auf Umfelder mit (meist) größerer Komplexität. War diese Methode in der Vergangenheit durchaus erfolgreich, so wird sie seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert von mehreren Seiten bedrängt: Zum einen reizt der Wegfall technischer und politischer Grenzen zu immer mehr Projektionen von globaler Tragweite, werden also immer komplexer; zum anderen haben „unvernünftige Hilfsmittel vernünftiger Erkenntnis“ – wie die ganzheitlich verfassten Bereiche der Religion und Moral, nachhaltiger Tradition, Ästhetik und das asiatische Harmonie-Streben – ihre korrigierende und inspirierende Wirkung weitgehend verloren; der Vernunft fehlt nun der „ganzheitliche Flankenschutz“, und mangels Überschaubarkeit führen daher solche Projektionen oft zu Katastrophen. Überlagert wird diese Situation noch mit dem Verlust von Neugier bzw. intellekueller Enregie durch den information-overflow: vernünftiges Denken „kommt nicht mehr nach“.

Mittel derAbhilfe sind ganz allgemein der Abbau von Größe bzw. Komplexität, mehr Subsidiarität und Respekt vor ganzheitlichen Bereichen – nicht zuletzt um „Neugier-Verschwendung“ zu vermeiden; in der Politik wäre das die Stärkung (sub-nationaler) Regionen gegenüber den großen Nationalstaaten sowie die Entwicklung von Strategien zur Nutzung von NGOs und den Neuen Sozialen Medien.

KERNAUSSAGEN:

M.B. considers the holistic approach to all political issues as the most important experience of his diplomatic career; accordingly, his work is inter-disciplinary. Based on Leopold Kohr‘s anti-ideoligical philosophy of the Human Scale and his own studies about man‘s biological limitations regarding cognition, M.B. became early on a sceptic of Globalization.

He contends that the method of rational projections of abstractions into (mostly) more complex scenarios – until recent years a highly successful method – is now being challenged from various sides: at the one hand, new technology and the easing of border-lines make these (mostly) linear projections reach further and further; at the other hand, mankind is about to loose the „holistic flank-protection“ these linear projections have enjoyed through irrational, but holistic means of cognition – such as religion, ethics, aesthetics, harmony and sustained tradition. On top of this comes the problem of information-overflow , damaging the capacity for rational thinking through the loss of intellectual energy. M.B. compares, therefore, Globalization with people driving their car on an express-way at top-speed into the fog.

To remedy the situation, M.B. suggests in general a reduction of complexity/size, more subsidiarity and respect for holistic means of cognition; politically, this should result in a devolution of most responsibilities from nation-states to sub-national regions and the development of strategies involving NGOs and the New Social Media.

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