1998: Über den Umgang mit ethnischen Minderheiten – eine europäische Herausforderung

Abstract eines englischen Vortrgas/Essays, das Michael Breisky 1998 als österreichischer Botschafter in der Republik Irland an der nordirischen Queens Universität gehalten hat:

 

NOCH AUSZUARBEITEN!!!    LINK:

 

The Queen’s University of Belfast | The Institute of European Studies | European Liaison
Publications

Dealing with Minorities – a Challenge for Europe

Lecture held in 1998 by  H.E. Michael Breisky, Ambassador of Austria to the Republic of ireland

The heirs of multinational Empires

According to many historians, Europe’s Golden Age should be seen as the decades following the Congress of Vienna in 1814/15. Indeed, over thirty years of almost complete peace and no major wars for a whole century make this judgement understandable. If we look at the map of Europe drawn up at the Congress, we see there three major powers of multinational nature: they are the Empire of the Hapsburg Monarchy, Czarist Russia and the Ottoman Empire. Looking at today’s state of affairs we note that the Hapsburg Monarchy has disappeared and today’s Russia and Turkey have been greatly reduced in their territories.
What happened to the rest of the area belonging to these three major players? Well, their territories are now divided up by 23 sovereign countries, most of them new ones, and this number still leaves out Russia, Turkey and the new countries in the Caucasus and Central Asia. Four of the 23 – Finland, Austria, Greece and Italy – are already members of the EU and the remaining 19 aspire to follow sooner or later. (mehr …)

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1996 Essay: Zur Psychologie der Minderheitenpolitik

Zur Psychologie der Minderheitenpolitik

Das Tabu des Subjektiven und derfehlende »contrat national«

von Michael Breisky
aus EUROPÄISCHE RUNDSCHAU,
Vierteljahreszeitschrift für Politik, Wirtschaft und Zeitgeschichte, Wien

24.Jahrgang, No.4/1996
5. Februar 2009

In Staatskanzleien und Seminarzimmern setzt man sich seit der Wende von 1989 wieder mehr mit Minderheitenpolitik auseinander und läßt dabei die verschiedensten Disziplinen zum Zuge kommen: Geschichte und Ethnographie, Kultur- und Sicherheitspolitik, und vor allem die Rechtswissenschaft. Man möchte gerne glauben. daß es nur des richtigen »Mix« dieser Wissenschaften bedarf, um das Idealmodell für dieBehandlung offener und latenter Minderheitenkonflikte zu finden – und wundert sich doch, daß die optimale Rezeptur noch nicht gefunden worden ist.

Es fällt auf, daß die genannten Disziplinen die Probleme von Minderheiten von ihren objektiven Erscheinungsformen her zu behandeln suchen. Die subjektive Seite hingegen, also die Frage der inneren Beweggründe für die Einnahme konkreter Positionen, scheint demgegenüber vernachlässigt worden zu sein; ja man gewinnt sogar denEindruck, daß die mit Minderheitenpolitik befaßten Personen auch heute noch um Sigmund Freud als einem der Säulenheiligen des 20. Jahrhunderts und derPsychologie ziemlich bewußt einen großen Bogen machen, hier also ein Tabu vorliegt.

Tatsächlich können ja für die Respektierung eines solchen Tabus auch triftige Argumente herangezogen werden: Wenn man beginnt, sich um die Befindlichkeit von Minderheiten zu kümmern und Gründe für ihre Ängste und sonstigen Emotionen zu identifizieren., dann liegt auch die Frage nahe, was sich die Minderheiten denn wirklich wünschen – und man wäre schon mitten in einer Selbstbestimmungs-Diskussion. Selbstbestimmung ist aber für Staatskanzleien nicht erst seit dem blutigenZerfall Jugoslawiens ein grauslich gefährliches Wort. Eben diese Gewalt am Balkan zeigt aber auch, daß es die lange Verdrängung subjektiver Befindlichkeiten und Wünsche ist, die das nun explodierte Konfliktpotential geschaffen hat.

Die hier zu untersuchende Frage lautet daher: Ist es sinnvoll und möglich, im Rahmen der Minderheitenpolitik typische und konfliktträchtige Emotionen in Frieden stiftender Weise zu behandeln und dabei so vorzugehen, daß eine Selbstbestimmungsdiskussion mit unkontrollierbaren Kettenreaktionen vermieden werden kann?Ich glaube dies mit einem Ja beantworten zu können und hoffe, zu diesem Ergebnis in schlüssiger Weise nach Untersuchung folgender Fragen zu gelangen: (mehr …)

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