2002 Gastkommentar: Das Transatlantische Yin Yang

Der Autor ist Leiter der Amerika- Abteilung im Außenministerium. Viele sehen heute die Partnerschaft zwischen den USA und Europa am Ende. Glaubt man drüben, daß die EU im Kampf gegen den Terror außer bösen Worten nichts beizusteuern hat, so huldigt die USA in hiesiger Sicht blankem Unilateralismus und mißachtet Europas vielfältige Leistungen. Ein Zufallsgriff ins Lexikon landet bei Yin Yang, dem uralten Begriff der chinesischen Philosophie für dunkel und hell. Dem Yang entspricht das Männliche, der Himmel, die Stärke; dem Yin hingegen das Weibliche, die Erde und die Nachgiebigkeit. „Beide sind einander ergänzende und bedingende Prinzipien“. Fügt man dem Yang

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1999 Gastkommentar: Die EU auf dem Weg zu „analoger“ Politik

Der Autor ist Österreichs Botschafter in Irland. Ein von Österreich veranstaltetes EU-Seminar in Dublin zeigt, daß der Eindruck zunehmender Schwerfälligkeit und „Kompliziertheit“ der Europäischen Union nur die formale Kehrseite einer sehr positiven Entwicklung inhaltlicher Art ist. Tatsächlich kann man in der Europäischen Integration etwas völlig Neues beobachten, den Übergang von klassischer, „digitaler“ (Schritt-für-Schritt)- Politik zu einer „analogen“ Politik zahlloser parallel und kontinuierlich ablaufender Entscheidungsprozesse. Drei Elemente sind dabei wesentlich: Die nicht mehr zu überblickende Zahl aktiver „Mitspieler“. Auch die weit über tausend in Brüssel präsenten Lobbies wirtschaftlicher, sozialer, regionaler, ja auch religiöser Interessensvertretungen wirken nämlich – vor allen über den

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