Die Kinder von Moria und Verantwortungsethik 2.0

  Die Kinder von Moria und Verantwortungsethik 2.0 Gastkommentar von Michael Breisky  in „Die Presse“, Wien 29.12.2020 um 16:34 von Michael Breisky Wenn Österreichs Hilfe in den Elendslagern vor Ort nicht ankommt, ist Verantwortungsethik gescheitert und wieder Gesinnungsethik am Zug. Der vorweihnachtliche Streit um die Aufnahme von einigen Kindern aus griechischen Elendslagern hat den Konflikt zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik wieder zum Überkochen gebracht. Ja, es ist edle Gesinnung, auch nur wenige Menschen aus dem Elend zu holen. Und ja, es ist edles Verantwortungsgefühl, dabei auch zu bedenken, ob man mit solcher Hilfe nicht deutlich mehr Schaden anrichtet. Im konkreten Fall

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Kommt der europäische Einheitsgatsch?

„Die Presse“ brachte in ihrer Leserpost vom 20.5.2020 die stark gekürzte Stellungnahme Michael Breiskys zu dem am 9.5. erschienenen Gastkommentar von Stefan und Andreas Broca „Eine zentrale Rolle in dieser Krise wird die EZB spielen“. Die ungekürzte Stellungnahme lautet: Kommt der europäische Einheits-Gatsch?   Die Brüder Brocza meinen (Die Presse“ vom 9.5.2020), dass die EZB zum neuen Machtzentrum Europas wird, weil die „Sachlogik“ seit dem ersten kleinen Souveränitätsverzicht der Nationalstaaten auf diffusem Wege, aber unaufhaltsam zu einer „immer engeren Gemeinschaft“ führt, was wohl nur der europäische Einheitsstaat sein kann. Tatsächlich schrieb schon Jean Monnet am 30. April 1952 einem Freund zur

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2019: Europas Diskutierfähigkeit

Artikel im Magazin für Politik, Wirtschaft und Lebensstil Frank & Frei Nr. 09, Wien Überschaubarkeit sol Europas Diskutierfähigkeit retten von Michael Breisky   Auf die Krise der EU mit mehr EU und mehr Zentralismus zu reagieren, ist der falsche Weg. Was notwendig wäre, ist eine radikale Durchsetzung des Subsidiaritätsprinzip   Wetten, dass in den nächsten fünf Jahren kein Stein in Europa auf dem anderen bleibt? Die Kandidaten für die Europawahlen am 26. Mai 2019 stehen ja vor wahren Herkules-Aufgaben: Nicht genug mit globalen Krisen wie Klima und Kriegsgefahr, Globalisierungs-Exzesse bei Migration, Finanzen und den Daten-Kraken im Silicon-Valley; stehen wir auch vor

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2018: Pflegedienst in Utopia

2018: Pflegedienst in Utopia Artikel im Magazin für Politik, Wirtschaft und Lebensstil FRANK & Frei, Wien, Nr. 08/18, Dezember 2018 Wie die Neuordnung von Pflegediensten aussehen könnte Die Pflege ist eines der großen gesellschaftlichen Zukunftsthemen. Steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenrate stellen Staat und Gesellschaft vor enorme finanzielle und soziale Herausforderungen. Experten warnen sogar vor einem Systemkollaps. Michael Breisky mit einem neuen, unkonventionellen Lösungsvorschlag. Neulich habe ich von Utopia geträumt. Eigentlich sah es dort genau so aus wie bei uns, nur wirkten die Utopianer etwas wifer und optimistischer als unsere Landsleute. So waren auch die Utopianer von einer bösen Scherenentwicklung betroffen:

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2018: Populismus und Eliten-Arroganz

Artikel von Michael Breisky im Magazin für Politik, Wirtschaft und Lebensstil FRANK & FREI, Wien, Nr. 06/18, September 2018 Populismus und Eliten-Arroganz Die alten Volksparteien stecken in der Krise. Zulange haben sie die Interessen vieler Bürger ignoriert und damit ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Davon profitieren populistische Bewegungen, wie zuletzt etwa in Italien. Eine Analyse dieses politischen Umbruchs. Klagen über eine Bedrohung der Demokratie durch zunehmenden Populismus sind gefährliche Risse im Politik-Verständnis. Denn was von den Eliten in Politik und Medien als eine „vernünftige“ Weltsicht dargestellt wird – aufgebaut auf den unantastbaren (weil unfehlbaren?) Werten der Demokratie, der Marktwirtschaft, der Toleranz und

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2017: Wie Regionen sich mehr Gehör verschaffen könnten

Es ist höchste Zeit, dass den Regionen in Europa mehr Selbstbestimmung eingeräumt wird – zum Wohle der Bürger! Artikel in „Die Presse“, Print-Ausgabe, Wien, 16.11.2017   Wenn das Beispiel Katalonien Schule macht, werden andere folgen – und die EU in eine tiefe, tatsächlich existenzbedrohende Krise stürzen, meint Joschka Fischer in einem europaweit syndizierten Kommentar „Europa versus Regionalismus“ (u.a. auch im „Standard“ vom 4. 11.). Formal gesehen hat Fischer völlig recht: Die für operative Entscheidungen maßgeblichen Ratsformationen sind heute mit 28 Mitgliedern schon am Rande der Funktionsfähigkeit. Ein paar Mitgliedstaaten mehr – und der Kollaps ist da. Anders jedoch, wenn man inhaltlich

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